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die Abstimmung im Tourismusverein von 16:2 gegen eine Weiterführung des Bodypainting-Festivals hat eine überfällige Diskussion losgetreten. Die Touristiker haben nach eingehender Diskussion eine Entscheidung über die Verwendung von öffentlichen Geldern des Steuerzahlers getroffen. Diese Entscheidung ist eine allzu verständliche Reaktion auf den Niedergang des Tourismus in unserer Gemeinde und nährt die Hoffnung, mit verstärkten Investitionen in das Ortsbild wieder „Boden unter die Füße“ zu bekommen. Diese Investitionen sind nur dann möglich, wenn die Kosten für das Bodypainting-Festival zurückgefahren werden.
Alle halten das Festival für ein gelungenes Event. Allerdings siedelt man die Wirkungen eher im Bereich Kunst und Unterhaltung an als im Bereich nachhaltiger Tourismuswerbung. Wenn jetzt kärntenweit „Retter des Bodypainting-Festivals“ auftreten, ist das sehr zu begrüßen. Allerdings akzeptieren wir nur jene "Retter", die auch bereit sind, an den Lasten mitzutragen! Im
Zuge der Diskussionen haben die umliegenden Gemeinden, die MTG und das Land
Kärnten Bereitschaft zur Rettung des Bodypainting-Festivals signalisiert, aber
jeweils auch Bedingungen genannt: Seeboden akzeptiert eine Auslagerung des Bodypaintings in eine private Gesellschaft des Alex Barendregt. Wenn diese das Festival betreibt, kann sich auch die MTG ein Mitzahlen vorstellen. Daran geknüpft ist allerdings die Bereitschaft von Barendregt auf touristische Anforderungen der MTG einzugehen. Auch
eine völlige Eingliederung von Alex Barendregt mit dem Festival in die MTG
wäre unter Auflagen akzeptabel. Die Mitgliedsgemeinden der MTG müssten zustimmen
und das Festival muss in Richtung „touristischer Relevanz“ verändert und
weiterentwickelt werden.
In beiden Fällen - Auslagerung in eine private Gesellschaft oder Eingliederung in die MTG - würde Seeboden weiter den Klauberpark und die Bauhofleistungen zur Verfügung stellen. Diese Unterstützung wäre somit in Zukunft mit ca. 25.000 Euro pro Jahr zu bewerten.
Das Land Kärnten hat ein allgemeines Interesse am Erhalt des Festivals und kann sich vorstellen, die Beiträge der Vergangenheit zu garantieren und sogar etwas aufzustocken. Ganz wesentlich ist die Ausfallshaftung des Landes für den Fall, dass einmal alles schiefgeht. Hier geht es um 150.000 bis 300.000 Euro. Dieser „Supergau“ möge hoffentlich nie eintreten, muss aber im Ernstfall von den „breiten Schultern des Landes“ abgesichert werden. Die Marktgemeinde Seeboden ist dazu nicht in der Lage.
Die Diskussionen zum Bodypainting-Festival zeigen teilweise kuriose Ansätze, teilweise sind sie nur politische Taktiererei. In Wirklichkeit reichen für viele die bisherigen Informationen nicht aus, um eine echte Beurteilung vorzunehmen. Es zeigt sich deutlich, dass es mehrere Probleme zu lösen gilt:
· Die Kosten müssen besser verteilt oder reduziert werden. · Das Risiko eines Totalausfalles kann nur das Land tragen. · Der touristische Nutzen muss bewiesen, nicht nur behauptet werden. · Wenn Community und Event wirklich wichtiger als touristischer Nutzen sind, dürfen die Zuschüsse für das Bodypainting-Festival das Budget „Tourismus“ nicht länger reduzieren.
Noch ist Seeboden nicht gezwungen, das Festival abzusagen, damit die Kosten ersatzlos wegfallen. Noch hat Seeboden die Möglichkeit zu entscheiden, ob Bodypainting mit der bisherigen Finanzierung bleiben soll, oder ob eine Umschichtung der frei werdenden Mittel in Richtung Verbesserung der touristischen Infrastruktur eine bessere Investition wäre.
Ihr GV Ino Bodner Tourismusreferent |