VISION.SEEBODEN.2013
Informationen zu Seeboden im Jahre 2013 aus der Sicht der Volkspartei
Darstellung der Ausgangssituation 2003 und möglicher Entwicklungen
Seeboden im Jahr 2013 präsentiert sich als Marktgemeinde mit annähernd 7000
Einwohnern.
Seeboden bildet mit der Stadt Spittal das Kerngebiet Oberkärntens.
Eindeutig bildet Spittal einen Teil des Kärntner Zentralraumes (Klagenfurt/St.
Veit - Villach - Spittal).
Durch die Nähe zum Zentralraum Kärntens konnte die Entvölkerung der angrenzenden
Täler (Liesertal, Mölltal, oberes Drautal und Gegendtal) gestoppt werden.
Infolge der wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Zentralraumes, konnte der
intellektuelle, kreative und kulturelle Abfluss aus Oberkärnten eingedämmt
werden.
Die Wirtschaft Oberkärntens ist die Basis für persönliche
Gestaltungsmöglichkeiten von Menschen jeden Alters und jeder Ausbildung.
Die natürlichen Vorzüge Oberkärntens (Klima, Landschaft, Sicherheit,
Verkehrsanbindung) bilden gemeinsam mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten die
Voraussetzungen für eine komplex strukturierte Bevölkerung. Weltoffen bewahrt
die Bevölkerung Oberkärntens ihre kulturelle und geschichtliche Identität.
Ausgangssituation 2003
Oberkärnten ist eines der strukturschwächsten Gebiete Österreichs:
Die Industrie ist nur noch in Ansätzen vorhanden - der größere Teil existiert
nicht mehr oder zieht sich "schleichend" zurück (AVE, Radex, Gabor etc.)
Der Handel ist überwiegend von Filialisten beherrscht - somit eher anonym,
bietet kaum höherwertige Arbeitsplätze und ist gesellschaftspolitisch wenig
wirksam.
Die Landwirtschaft ist dabei, die wirtschaftliche Bedeutung endgültig zu
verlieren und gesellschaftlich eine Randgruppe zu werden. Die Strukturprobleme
haben das Selbstverständnis der bäuerlichen Gesellschaft bereits stark
beschädigt.
Der Fremdenverkehr versucht sich - quantitativ auf einem stark gesunkenen Niveau
- aus den Strukturproblemen zu befreien. Qualitativ gute Ansätze sind vorhanden
und ausbaufähig. Es gibt Konflikte mit der Funktion als "Schlafgemeinde".
Das Gewerbe ist aufgrund der geringen Wirtschaftskraft zunehmend gezwungen,
fernab seine Märkte zu suchen. Aufgrund der leistungsfähigen Arbeitskräfte
Oberkärntens, sind die Betriebe auswärts auffällig erfolgreich.
("Burgenland-Effekt").
Der Dienstleistungssektor - speziell der höherwertige - ist der Wirtschaftskraft
angemessen - somit nur schwach ausgebildet.
Die schulische Situation ist mangelhaft. Es gibt keine technische Mittelschule
im Bezirk. Die langfristigen Effekte der Fachhochschule in Spittal werden
offensichtlich unterschätzt.
Die Möglichkeiten, die die Autobahn für die Region bietet, werden unzureichend
ausgeschöpft - darüber hinaus ist die Verkehrs-Infrastruktur der Region eher
unterentwickelt. (öffentliche Verkehrsmittel, Sportflughafen, Fußgängerzonen,
Verkehrsstau....)
Im Zuge des horizontalen Finanzausgleichs erleidet Oberkärnten aufgrund des
abgestuften Bevölkerungsschlüssels Jahr für Jahr einen Nachteil.
Das wirtschaftspolitische Denken und Handeln, das das Marketing für Oberkärnten,
das Lobbying für Oberkärnten ist nur in Ansätzen vorhanden, defensiv, von
Kirchturmdenken geprägt und strategisch orientierungslos.
Welche Entwicklungen bedrohen Oberkärnten?
Immer mehr Pendler zeugen vom Verfall der Wirtschaftsstrukturen und bringen
gesellschaftspolitische und verkehrstechnische Probleme. Wirtschaftsdaten -
besonders Kaufkraftdaten belegen dies.
Zunehmend sehen - speziell junge, gut Ausgebildete und Ehrgeizige keine Chancen
in Oberkärnten. Genau jene, die eine Erneuerung der Wirtschaft und in Folge der
Gesellschaft herbeiführen sollen, kommen Oberkärnten abhanden.
Immobilien und Grundstücke in Familienbesitz können immer weniger die nächste
Generation an die Region binden. Dies reduziert tendenziell den Wert der
Liegenschaften. Vom persönlichen und gesellschaftlichen Nachteilen dieser
Entwicklung abgesehen - ist dies ein weiterer Antrieb für eine Spirale nach
unten.
Die Wirtschaft ist die Basis für die Entwicklung der Infrastruktur und einem
vielfältigen Angebot an Arbeitsplätzen - somit langfristig die wichtigste
Voraussetzung für den Bestand einer vollständigen gesellschaftlichen Struktur.
Obwohl gerne geleugnet - langfristig gewährleistet nur die Wirtschaft die Werte
einer "gesunden" Gesellschaft wie Erziehung, Bildung, Gesundheit, Kultur,
Weltoffenheit, Optimismus, Leistungswille, persönliches und kollektives
Selbstwertgefühl.
Vorteile von Oberkärnten 2003
Landschaft - vielfältig, überwiegend gut erhalten, alpin, wasserreich, südlich,
wenig katastrophenanfällig.
Geopolitische Lage und Verkehrsanbindung: Schnittpunkt von München - Venedig -
Wien. Zunehmende Auflösung der wirtschaftlichen Randlage durch Integration der
Wirtschaftsräume Friaul und Slowenien. Die Autobahn muss - trotz steigender
Probleme mit Lärm und Abgasen - als Chance gesehen werden.
Human-Ressourcen: Die Bevölkerung ist vergleichsweise "verwurzelt". Viele
Strukturen sind noch vorhanden (Volkskultur, Humanismus, Vereinswesen).
Ländlich-bäuerliche Tugenden sind noch spürbar.
Lebensqualität: Prinzipiell das größte Plus in der Bewertung Oberkärntens. Die
Bestandteile des Begriffes "Lebensqualität Oberkärnten" sind:
Klima, Landschaft, Seen, Freizeitmöglichkeiten - speziell im Bereich Sport und
Erholung, Autobahnanbindung, Wasserversorgung und Sicherheit.
Theoretische Entwicklungsmöglichkeiten: Derzeit werden im Bezirk Spittal
wichtige Chancen nicht wahrgenommen. Man kann diese mangelnde Chancenwahrnehmung
sicherlich noch zehn Jahre beschwichtigen - die Versäumnisse jedoch nicht mehr
ungeschehen machen. Somit muss jetzt eine positive Entwicklung für Oberkärnten
durch eine gemeinsame Kraftanstrengung erreicht werden.
Was braucht Oberkärnten?
Oberkärnten braucht den Zentralraum Oberkärnten - namentlich den Großraum
Spittal, der seinerseits einen Teil des Zentralraumes Kärnten darstellen muss .
Die Funktion eines Zentralraumes Oberkärnten ist die Entfaltung einer
dynamischen, strategischen und offensiven Wirtschaft, die der jetzigen und
künftigen Bevölkerung - auch der angrenzenden Täler - eine berufliche
Perspektive schafft. Damit wird allen - auch den leistungs- und
karriereorientierten eine wirtschaftliche Basis geboten und das Leben in den
angestammten Regionen auch weiterhin ermöglicht. Letztlich geht es darum, die
Gesellschaftsstruktur in allen Facetten am Leben zu erhalten und
weiterzuentwickeln.
Obwohl Spittal den Vorteil eines großen Einzugsgebietes hat (Drautal, Mölltal,
Liesertal, Lungau und Gegendtal) wird die Stadt der Funktion "Zentralraum" kaum
gerecht. Dringend erforderlich erscheinen:
Aufarbeitung und Verankerung der Themen "Wirtschaftsstrategie"
"Wirtschaftspolitik" und "Gesellschaftspolitik" im täglichen politischen
Handeln.
Sonder- und Zusatzprogramm zur Entwicklung und Verbesserung der Infrastruktur im
Großraum Spittal. Nur Spittal hat das Potential eines Wirtschaftsraumes, dessen
Strahlkraft eine wirtschaftliche und infolge gesellschaftliche Verödung
Oberkärntens verhindern könnte. Somit ist ein Sonderprogramm - als Zusatz zum
derzeitigen, wirkungsarmen Gießkannenprinzip - unbedingt erforderlich. Gerade
wegen der Wirtschafts- und Strukturprobleme Oberkärntens - inkl. Stadt Spittal -
muss besonderes Augenmerk auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die
Wirtschaft gelegt werden.
Gemeinsame Anstrengungen - unter Einbeziehung aller Gestaltungswilligen aus
Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft - um das Thema "Zukunft
Oberkärnten" zu etablieren und zum Leitfaden in der öffentlichen Diskussion und
im regionalpolitischen Handeln zu machen.
Oberkärnten braucht neue Plattformen, um Gestaltungswillige und
Gestaltungsfähige wieder verstärkt ihrer Rolle zuzuführen. Zusätzlich muss das
Potential und die Netzwerke der Abgewanderten, aber doch Heimatverbundenen,
sowie der Zweitwohnsitzinhaber zielgerichtet erschlossen werden
Konkrete Maßnahmen - Diskussionsgrundlage
Erstellung und Aktualisierung von Projektlisten. Damit soll Meinungs- und
Willensbildung zugunsten der Projekte betrieben werden.
Unterstützung der Projekte und Projektbetreiber in den jeweiligen Gremien und in
der Gesellschaft. (Aktives Anbieten von konkreter Unterstützung).
Ausgaben der öffentlichen Institutionen müssen endlich nach den Gesichtspunkten
"Ausgabe - Investition", "Nachhaltigkeit", "Synergieeffekte",
"Multiplikatoreffekt", "Umwegrentabliltät" "Folgekosten", "Lenkungseffekte"
"Alternative" etc. untersucht, dargestellt und kommuniziert werden.
Bewusstmachung und Darstellung der Wirtschaft(sbetriebe) durch Listen,
Verzeichnisse und Homepage. Unterstützung eines "Gewerbetages".
Erstellung von Verzeichnissen aller Grundstücke und Gebäude - speziell in
Hinsicht auf Betriebsansiedlungen und Betriebserweiterungen. Auch im Bereich
"Betriebsansiedlung" nicht nur reagieren, sondern vor allem agieren,
kommunizieren, moderieren.
1.
Vizebgm.
Christian Tribelnig
Referent für Bau/Planung und Finanzen
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